Ein Überblick über die psychosozialen Auswirkungen bei nässendem Ulcus cruris

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Inhalt:

 

Emotionale Belastung aufgrund chronischer Wunden verstehen

Schwer heilende Wunden, manchmal auch als chronische Ulcus cruris (UC) bezeichnet, sind per Definition Wunden, die nicht innerhalb von sechs Wochen abheilen.

Diese Art von Geschwüren ist bei älteren Patient:innen mit zugrunde liegender Veneninsuffizienz weit verbreitet. Während physiologische Folgen gut dokumentiert sind, wird die psychische Belastung oft unterschätzt.

Ein schwer heilendes Beingeschwür kann die Lebensqualität von Patient:innen stark beeinträchtigen und zu emotionalem Stress sowie psychischen Gesundheitsproblemen wie Depressionen und Angstzuständen führen.1

Warum schwer heilende Wunden die psychische Gesundheit beeinträchtigen

Die Hartnäckigkeit dieser Wunden, oft begleitet von Schmerzen, unangenehmem Geruch und übermäßigem Wundexsudat, kann zu sozialem Rückzug und Isolation führen. Patient:innen könnten soziale Kontakte aus Scham oder Angst vor Stigmatisierung meiden, insbesondere wenn ihre Wunde einen unangenehmen Geruch verbreitet oder sichtbar nässt.

Der Verlust von Mobilität, eines aktiven Lebensstils und Unabhängigkeit kann das psychische Wohlbefinden ebenfalls negativ beeinflussen, insbesondere wenn Patient:innen für die Wundversorgung auf Pflegekräfte oder Hausbesuche angewiesen sind.2

Was Ärzt:innen tun können: Praktische psychosoziale Unterstützung

Die psychosozialen Auswirkungen chronischer Beingeschwüre anzugehen erfordert eine ganzheitliche Denkweise der Gesundheitsdienstleister und von den einzelnen Ärzt:innen praktisches, tägliches Handeln.³

Eine mitfühlende, patientenorientierte Herangehensweise kann einen erheblichen Unterschied machen.

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Aktives Zuhören schafft Vertrauen

Ein erster Schritt für Ärzt:innen ist es, die emotionale, durch die Wunde verursachte, Belastung während des Gesprächs anzuerkennen und den Patient:innen zu zeigen, dass diese Gefühle berechtigt sind und Beachtung verdienen. Einfache Gesten wie aktives Zuhören, Blickkontakt und sich Zeit zu nehmen, um die Herausforderungen im Alltag zu besprechen, können Vertrauen aufbauen und das Gefühl der Einsamkeit verringern.

Susanne Dufva, spezialisierte Krankenschwester der onkologischen Pflege im Wundzentrum des Södersjukhuset in Stockholm und Vorsitzende der Wundpflegekräfte in Schweden, betont diesen Ansatz:

Patient:innen haben oft eine andere Sichtweise. Sie kennen sich selbst am besten; deshalb finde ich es absolut notwendig, dass wir mit offenen Fragen beginnen, damit Patient:innen uns schildern können, was in ihnen vorgeht. Danach sollten noch einige weitere Fragen gestellt werden.

Die Tatsache, dass sie sich öffnen und uns mitteilen, bietet oft einen guten Ausgangspunkt, um zu verstehen, wie wir unseren Patient:innen helfen können.4

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Bewegung fördern und Ernährung unterstützen

Bereits wenig tägliche Bewegung kann die körperliche Heilung und das mentale Wohlbefinden fördern. Ärzt:innen sollten Patient:innen versichern, dass schonende körperliche Aktivität eher förderlich als schädlich ist.

Sie sollten einfache Strategien empfehlen, z. B. kurze Strecken zu Fuß zurückzulegen, die Füße im Sitzen auf und ab zu bewegen und die Knöchel zu kreisen, um die Durchblutung zu verbessern und Schwellungen zu reduzieren. Patient:innen sollten zudem dazu aufgemuntert werden, das betroffene Bein nach Möglichkeit hochzulagern und längere Zeiträume ohne Aktivität zu vermeiden.5

Ärzt:innen können außerdem hervorheben, wie wichtig es ist, das betroffene Bein so oft es geht in erhöhter Position zu lagern, idealerweise mit den Zehen über Hüfthöhe, und sollten Patient:innen auch empfehlen, langes Sitzen oder Stehen zu vermeiden.

Ebenso sollte die Diskussion über Ernährung als wesentlicher Aspekt der Wundheilung – und nicht aus moralischer Verpflichtug heraus – als fester Bestandteil dieses Prozesses betrachtet werden. Statt es als Belastung darzustellen, können Ärzt:innen Tipps geben, wie einfache Verbesserungen der Ernährung, z. B. ausreichende Zufuhr von Eiweiß und Flüssigkeit sowie bestimmte Vitamine oder Mineralstoffe, den Heilungsprozess fördern können.

Aus diesem Grund ist es äußerst wichtig, Patient:innen mit Mangelernährung oder einem Risiko für Nährstoffmangel frühzeitig zu identifizieren, um die Wundheilung zu verbessern.6 Im Bedarfsfall ist es ratsam, Patient:innen zur Ernährungsberatung zu schicken.


Klinisches Wundmanagement zur Reduzierung psychosozialen Stresses

Psychosozialer Stress entsteht häufig durch Wunden, die in der Entzündungsphase verbleiben, dadurch übermäßiges Wundexsudat bilden, Geruch verursachen und die Mobilität einschränken. Effektives Wundmanagement zielt darauf ab, ein optimales Heilungsumfeld zu schaffen. Dies umfasst die Wundreinigung, die Verwendung geeigneter Wundauflagen, die Behandlung von Ödemen durch Kompressionstherapie sowie die Kenntnis der Anamnese und Begleiterkrankungen der Patient:innen.

Ein chronisches Beingeschwür ist oft ein Symptom einer anderen Grunderkrankung und das Verständnis dieses Kontextes ist für die klinische und emotionale Genesung von entscheidender Bedeutung.

Schlussfolgerung: Integrierte Pflege verbessert die Lebensqualität

Chronische Beingeschwüre stellen nicht nur eine körperliche Herausforderung dar, sondern sind in manchen Fällen auch eine erhebliche emotionale Belastung. Der Zusammenhang zwischen Wundsymptomen und psychosozialer Belastung zeigt die Bedeutung einer integrierten Pflege auf, die sowohl physische als auch psychische Bedürfnisse berücksichtigt. Das Erkennen dieser stillen Lasten ist entscheidend, um Behandlungsergebnisse und die Lebensqualität von Patienten mit UC verbessern zu können.

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Artikelreferenzen

1. Herber OR, Schnepp W, Rieger MA. (2007). A systematic review on the impact of leg ulceration on patients’ quality of life. Health and Quality of Life Outcomes.

2. Persoon A et al. (2004). Leg ulcers: a review of psychosocial literature. Journal of Advanced Nursing.

3. Edwards H et al. (2009). Improving psychosocial outcomes for patients with chronic wounds. Journal of Wound Care.

4. Interview with Susanne Dufva, sårsymposium 2022, absorbest.se

5. Treatment Venous leg ulcer, nhs.co.uk

6. Emily Stuart (2020). Nutrition and wound care: what community nurses should know. JCN 2020, Vol 34, No 6